Der Motor des Wirtschaftskreislaufs

Wirtschaftliche Zusammenhaenge

Die Begriffe Angebot und Nachfrage können einfach in den Kontext der Wirtschaft eingeordnet werden. — Doch wie kommt es eigentlich dazu? Wer bestimmt diese Einheiten und wie regulieren sie sich? Und wie resultiert daraus unser Wirtschaftskreislauf?

Vom Bedürfnis zur Nachfrage

Am Anfang von allem steht das Bedürfnis. Dein Bedürfnis von Hunger und Durst, dein Bedürfnis ein Haus oder Auto zu kaufen oder auch dein Bedürfnis nach Sicherheit und sozialen Kontakten. Wirtschaftlich gesehen können diese Bedürfnisse in drei für die Wirtschaft relevante Kategorien eingeteilt werden:

  1. Existenzbedürfnisse: Alles was lebensnotwendig ist wie zum Beispiel Nahrung, Kleider, Wohnen und Sicherheit. Diese Bedürfnisse dienen der Selbsterhaltung.
  2. Grundbedürfnisse: Dies sind die nicht lebensnotwendigen Bedürfnisse in den Bereichen des Wohlstands, der Bildung, der Unterhaltung, usw.
  3. Luxusbedürfnisse: Bedürfnisse der obersten Klasse kann man sich nur mit einem hohen Einkommen leisten. Dies sind zum Beispiel eine Yacht oder eine Zweitwohnung.

Der Übergang zwischen den einzelnen Kategorien ist fliessend und unterscheidet sich auch in den verschiedenen Kulturen.

Konkretisieren wir unsere Bedürfnisse nun an konkreten Gütern, zum Beispiel du möchtest jetzt ein Schinkensandwich um dein Hungerbedürfnis zu stillen, dann sprechen wir von Bedarf. Und nun braucht es nur noch einen letzten Schritt, damit unsere Bedürfnisse auch für die Wirtschaft interessant werden: Wir brauchen Kaufkraft und auch den Willen, das Geld auszugeben. Damit wird aus unserem Bedarf nun eine konkrete Nachfrage, welche von der Wirtschaft gestillt werden kann.

Das Angebot stillt den Bedarf

Ok. Du möchtest ein Schinkensandwich kaufen und bist bereit dafür Geld auszugeben. Nun brauchen wir jemanden, der dein Schinkensandwich produziert (Produktionsprozess) und schlussendlich auch verkauft (Markt). Schauen wir uns zuerst an, wie das Angebot—also dein Sandwich—produziert wird.

Es braucht dazu die folgenden vier grundlegenden Faktoren des Produktionsprozesses:

  1. Es braucht die Zutaten Schinken, Butter, Brot, Gewürze. Diese werden auch Werkstoffe genannt.
  2. Es braucht Menschen, die den Schinken und das Brot einkaufen, präparien und anbieten; also Arbeit.
  3. Es braucht Hilfsmittel wie zum Beispiel ein Messer um das Brot zu streichen. Dies nennt man auch Produktionsmittel.
  4. Es braucht das Wissen, wie ein Schinkensandwich hergestellt wird. Zugegeben, dies ist hier keine Meisterleistung, kann in anderen Produktionsprozessen aber ein sehr wichtiger Faktor sein.

Aus diesem Prozess entsteht dann das Gut, welches auf dem Markt angeboten wird.

Güter können von ganz unterschiedlicher Ausprägung sein. Häufig spricht man von Gütern und Dienstleistungen, da zum Beispiel auch die Kaufberatung ein Gut, oder eben mehr präzisiert eine Dienstleistung ist.

Wirtschaftliche Kenngrössen
Wirtschaftlichkeit = Ertrag/Aufwand
Erfolg = Ertrag – Aufwand
Produktivität = Ausbringungsmenge/Einsatzmenge
Wertschöpfung = Produktionswert – Vorleistungen

Für ein Unternehmen muss der Produktionsprozess natürlich wirtschaftlich sein, damit es im Markt und im Konkurrenzkampf mit anderen Unternehmen bestehen kann. Dabei richtet sich jeder wirtschaftliche Betrieb nach dem ökonomischen Prinzip:

Diese Prinzipien werden in den wirtschaftlichen Kenngrössen abgebildet, damit sie für die Unternehmen auch greifbar werden.

Am Markt treffen sich Angebot und Nachfrage

Mit dem Markt ist hier nicht der Markt auf dem bekannten Marktplatz gemeint. Es gibt Märkte für jedes erdenkliche Gut wie zum Beispiel auch den Arbeitsmarkt, wo Know-how und Arbeitskraft angeboten und von Firmen nachgefragt werden. Das wichtige am Markt ist, dass hier der Preis gemacht wird der sogenannte Preismechanismus.

Daraus kannst du sofort erkenne, dass der Kunde König ist. Oder anders gesagt, die Nachfrage bestimmt schlussendlich das Angebot wobei man hierbei auch von Konsumenten-Souveränität spricht.

Auf dem Markt ist man jederzeit auf dem Weg zu einem Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Jedoch spielen sehr viele Faktoren mit und das Gleichgewicht muss laufend neu gesucht und bestimmt werden.

Der Wirtschaftskreislauf

Das Angebot, die Nachfrage, deren Märkte und die Akteure an den Märkten bilden zusammen den Wirtschaftskreislauf. Der Kreislauf ist ein ständiges Spiel zwischen Angebot und Nachfrage, welche sich in einem Gleichgewicht von Güter- und Geldstrom treffen.

Wirtschaftskreislauf mit Staat

Das obige Diagramm veranschaulicht den Wirtschaftskreislauf. Dabei spielen vor allem der Arbeitsmarkt als Angebotsmarkt der Haushalte, der Waren- und Dienstleistungsmarkt für Angebote von Unternehmen und der Finanzmarkt eine zentrale Rolle. Der Staat wird zudem miteinbezogen, da er eine wichtige Rolle spielt in der Regulierung von Märkten, der Unterstützung von Schwachen (Subventionen) und natürlich der Umsetzung von Kollektivbedürfnissen wie zum Beispiel dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Was hier noch fehlt ist das Ausland. Dieses hat ebenfalls einen wichtigen Anteil am Wirtschaftskreislauf vor allem im Zusammenspiel mit den Unternehmen über Im- und Exporte.

Um zu unserem Beispiel mit dem Schinkensandwich nochmals zurück zu kommen. Früher hast du dafür ein Gut von dir eingetauscht, zum Beispiel eine Flasche Obstsaft. Heute hat der Sandwichanbieter vorher einen Kredit bei der Bank eingeholt, etliche Angestellte welche entlöhnt werden müssen, die Zutaten von Spezialisten im Handel eingekauft, usw. Und du hast einen Lohn deines Arbeitgebers erhalten, dein Know-how in einen Produktionsprozess eingebracht, dein Auto auf Kredit gekauft und deine Handelsware, das Geld, nur noch auf einer Chipkarte vermerkt…

Dazu das passende Mindmap sowie die Lernkartei.

Kategorie: Theorie | Tags:

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