Sphären und Anspruchsgruppen im Unternehmensumfeld
Ein Unternehmen steht nie für sich alleine. Es ist immer und zu jedem Zeitpunkt eingebettet in sein Umfeld und in die umgebende Umwelt insgesamt. Zudem besteht eine starke Wechselbeziehung zwischen Umwelt und Unternehmen. In diesem Artikel schauen wir uns diese Beziehungen etwas genauer an.
Die Unternehmensumwelt
Die Umwelt eines Unternehmens kann in so genannte Sphären eingeteilt werden. Dabei greift jede Sphäre einen spezifischen Aspekt des weiteren Umfeldes auf.
Die ökologische Sphäre bettet das Unternehmen in die Natur ein, welche in den letzten Jahren einen immer höheren Stellenwert eingenommen hat. Da die Produktion die Natur häufig doppelt belastet durch Ressourcenentnahmen und Abfallprodukte, muss in der heutigen Zeit diesem Aspekt mehr Rechnung getragen werden.
- Umweltfreundliche Produktion durch einen achtsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen und der Reduktion von Abfällen.
- Recycling durch Wiederverwendung und Wiederverwertung.
Die Bedeutung der gesellschaftlichen Sphäre hat ebenfalls zugenommen. Unternehmen mussten sich wandeln von einem Verkäufermarkt mehr und mehr hin zu einem Käufermarkt, einem Markt welcher vom Kunden bestimmt wird. Das gesellschaftliche Umfeld kann in drei Unteraspekte aufgeteilt werden:
- Politisches Umfeld: Die Wirtschaftspolitik verwendet Gesetzte, Massnahmen wie Subventionen und Appelle an die Bevölkerung um ihre Ziele zu erreichen. Dabei spielen neben der Regierung vor allem auch die meinungsbildenden Gruppen wie Parteien und Verbände eine sehr wichtige Rolle.
- Kulturelles Umfeld: Der grosse gesamtgesellschaftliche Rahmen ist in westlichen Ländern geprägt von Pluralismus und Kapitalismus.
- Soziales Umfeld: Geprägt von zunehmendem Individualismus, ändert sich dieses Umfeld stets und wiederspiegelt die mehr kurzfristigen und vielfältigen Denkweisen von Personen.
Jedes Unternehmen muss am Ball bleiben, vor allem in der technologischen Sphäre. Neue Entwicklungen und Strömungen müssen aufgefasst und ins Unternehmen integriert werden. Aber nicht nur staatliche Stellen wie Universitäten treiben die Entwicklung voran, auch die Unternehmen beteiligen sich hier um einen Vorsprung auf die Konkurrenz herauszuholen.
Die ökonomische Sphäre ist das direkte Umfeld des Unternehmens. Sie besteht zum einen aus den gesamtwirtschaflichen Einflüssen sowie dem näheren Umfeld, welches vor allem geprägt ist von den Beschaffungs- und Absatzmärkten, in welchen sich das Unternehmen bewegt und natürlich der direkten Konkurrenz. Die gesamtwirtschafliche Situation wird von den folgenden Grössen, welche in einer starken Wechselwirkungsbeziehung stgehen, geprägt:
- Bevölkerungsentwicklung
- Gesamtleistung der Volkswirtschaft
- Beschäftigung und Löhne
- Preisentwicklung
- Handel
- Öffentlichen Finanzen
Anspruchsgruppen im Unternehmensumfeld
Die Bezugsgruppen eines Unternehmens haben Ansprüche an eben dieses, deshalb nennt man sie auch Anspruchsgruppen und fasst dies in der sogenannten institutionellen Betrachtungsweise zusammen.
Zielkonflikte entstehen, wenn die Ansprüche der unterschiedlichen Gruppen auseinander klaffen. Zielkonflikte zwischen Kaptialgebern und Mitarbeitern oder Lieferanten und Kunden sind nur zwei Beispiele davon. Die Kunst der Unternehmensführung besteht nun darin, das Unternehmen im Spannungsfeld dieser Zielkonflikte zu manövrieren.
Anspruchsgruppen und Umweltsphären stehen in engem Zusammenhang miteinander und beeinflussen sich gegenseitig. Daraus entsteht ein komplexes Unternehmensumfeld, ein Netz von Wirkungen und Wechselwirkungen.
Hier noch die Links zum Mindmap der Unternehmensumwelt sowie die zugehörige Lernkartei.
Unternehmen — System — Systemindifferente Merkmale
Unternehmen können auf ganz unterschiedliche Arten betrachtet werden. Dabei spricht man oft vom Unternehmen als System und von systemdifferenten sowie systembezogenen Merkmalen eines Unternehmens. — Doch was bedeutet dies genau und gibt es einen Zusammenhang zwischen diesen Begriffen?
Das Unternehmen als System
Schauen wir uns den Begriff des Unternehmens als System etwas genauer an. Dabei geht es darum, dass jedes Unternehmen aus vielen Teilen besteht, welche wie ein Netzwerk von Zahnrädern ineinander greifen. Die Verknüpfungen der einzelnen Teile folgen ganz spezifischen Gesetzmässigkeiten und sind nicht einfach zufällig. Daraus ergibt sich ein komplexes System von Abhängigkeiten, welches sich sehr dynamisch in seinem Umfeld bewegt.
Nach der Systemtheorie, welche von Hans Ulrich in den 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts massgeblich geprägt wurde, spricht man vom Unternehmen als ein offenes, produktives und soziales System.
- offen: Ein Unternehmen steht in ständigem Austausch mit seiner Umwelt und ist daher nicht in sich abgeschlossen.
- produktiv: Die Hauptaufgabe besteht natürlich in der Produktion von Gütern und Dienstleistungen.
- sozial: Hier geht es darum, dass man sich in keinem Unternehmen dem Faktor Mensch entziehen kann. Es ist von Menschen geschaffen und Menschen arbeiten darin zusammen.
Auf diesen Eckpfeilern basiert auch das von Herrn Ulrich ins Leben gerufene St. Galler Managementmodell.
Merkmale eines Unternehmens
Bei dem Betrachten der Merkmale eines Unternehmens unterscheidet man diese gerne in so genannte systemindifferente und systembezogene Unternehmensmerkmale. Aber Achtung! Hier sprechen wir von einem ganz anderen System:
Aufgepasst: Mit System bezeichnet man in diesem Kontext das Wirtschaftssystem! System wird dabei nicht im Sinne einer Metapher für das Unternehmen verwendet.
Die zwei wohl bekanntesten und auch stark unterschiedlichen Wirtschaftssysteme sind die Marktwirtschaft und die Planwirtschaft. Systembezogene Merkmale beziehen sich nun auf den Kontext des jeweiligen Wirtschaftssystems. Und im Falle von systemindifferenten Merkmalen spricht man von unabhängigen, in jedem System anzutreffenden Merkmalen.
Systemindifferente Merkmale
- Kombination der Produktionsfaktoren: In jedem Betrieb müssen Produktionsfaktoren wie Inputgüter und menschliche Arbeit miteinander kombiniert werden, um eine Leistung (Output) zu erbringen.
- Diese Kombination erfolgt nach dem ökonomischen Prinzip: Für längere Zeit versucht jeder Betrieb nach diesem Prinzip aufgrund der Knappheit der Güter zu handeln. Dieses Prinzip kommt in drei Ausprägungen vor:
- Prinzip der Outputmaximierung: Mit einem gegebenen Input soll ein möglichst hoher Output erzielt werden,
- Prinzip der Inputminimierung: Ein vorgegebener Output soll mit einem möglichst kleinen Input an Produktionsfaktoren realisiert werden,
- Prinzip des optimalen Input-Outputverhältnisses: Input und Output sollen so aufeinander abgestimmt werden, dass das ökonomische Problem nach den festgelegten Kriterien optimal gelöst wird.
- Jeder Betrieb sollte versuchen, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dieses Prinzip heisst Prinzip des finanziellen Gleichgewichts.
Systembezogene Merkmale
Bei diesen Merkmalen handelt es sich um solche, welche vom jeweiligen Wirtschaftssystem abhängig sind. Diese sind als gesondert zu betrachten. Schauen wir uns dazu zuerst die drei wichtigsten Merkmale der Marktwirtschaft an:
- Autonomieprinzip: Für den Betrieb in der Marktwirtschaft ist charakteristisch, dass er seine Entscheidungen eigenständig treffen kann. Dieses Prinzip beinhaltet die Nutzung von Marktchancen, aber auch die Gefahr von Risiken des Misslingens, die ohne Hilfe des Staates getragen werden müssen.
- Erwerbswirtschaftliches Prinzip: Dieses Prinzip fordert, dass ein Unternehmen langfristig einen möglichst hohen Gewinn auf dem eingesetzten Kapital erzielen sollte.
- Prinzip des Privateigentums: Dieses Prinzip besagt, dass den Eigenkapitalgebern das Privateigentum an den Produktionsmitteln zukommt. Daraus leitet sich der Anspruch der Eigenkapitalgeber auf Alleinbestimmung, d. h. auf die mittelbare und unmittelbare Geschäftsführung, ab.
Im Gegensatz dazu gelten die folgenden Merkmale in der Planwirtschaft:
- Organprinzip: Gemäss diesem Prinzip sind die öffentlichen Betriebe ausführende Organe des Staates. Die Pläne eines Betriebes können deshalb nicht auf den Markt ausgerichtet werden, sondern werden aufgrund eines zentralen Volkswirtschaftsplanes hinsichtlich Menge, Qualität und Zeit festgelegt.
- Prinzip der Planerfüllung: Die öffentlichen Betriebe richten ihr Handeln auf die Erfüllung des von den staatlichen Planungsstellen vorgegebenen Planes aus.
- Prinzip des Gemeineigentums: An die Stelle des Privateigentums tritt das Gemeineigentum. Es besteht folglich ein gesellschaftlicher Anspruch auf Mitbestimmung.
Unterschied der beiden Unternehmensbetrachtungen
Die Einteilung in systemindifferente und systembezogene Merkmale stammt von Erich Gutenberg. Er hat versucht die Betriebswirtschaftslehre als ein in sich geschlossenes System zu betrachten. Diese führte ihn zu einem sehr mathematischen Ansatz, welcher den Faktor Mensch und seine teilweise irrationalen Verhaltensweisen nicht einbezieht.
Hans Ulrich hat im Gegensatz dazu dem Faktor Mensch einen hohen Stellenwert gegeben und spricht darum auch vom Unternehmen als ein soziales System. Die verschiedenen Faktoren stehen in starken Wechselbeziehungen, welche nicht zu vernachlässigen sind. Und die Erkenntnisse daraus ergeben gemäss seinen Betrachtungen eine bessere Strukturierung von Steuerung- und Führungsproblemen in Unternehmen.
Der Motor des Wirtschaftskreislaufs
Die Begriffe Angebot und Nachfrage können einfach in den Kontext der Wirtschaft eingeordnet werden. — Doch wie kommt es eigentlich dazu? Wer bestimmt diese Einheiten und wie regulieren sie sich? Und wie resultiert daraus unser Wirtschaftskreislauf?
Vom Bedürfnis zur Nachfrage
Am Anfang von allem steht das Bedürfnis. Dein Bedürfnis von Hunger und Durst, dein Bedürfnis ein Haus oder Auto zu kaufen oder auch dein Bedürfnis nach Sicherheit und sozialen Kontakten. Wirtschaftlich gesehen können diese Bedürfnisse in drei für die Wirtschaft relevante Kategorien eingeteilt werden:
- Existenzbedürfnisse: Alles was lebensnotwendig ist wie zum Beispiel Nahrung, Kleider, Wohnen und Sicherheit. Diese Bedürfnisse dienen der Selbsterhaltung.
- Grundbedürfnisse: Dies sind die nicht lebensnotwendigen Bedürfnisse in den Bereichen des Wohlstands, der Bildung, der Unterhaltung, usw.
- Luxusbedürfnisse: Bedürfnisse der obersten Klasse kann man sich nur mit einem hohen Einkommen leisten. Dies sind zum Beispiel eine Yacht oder eine Zweitwohnung.
Der Übergang zwischen den einzelnen Kategorien ist fliessend und unterscheidet sich auch in den verschiedenen Kulturen.
Konkretisieren wir unsere Bedürfnisse nun an konkreten Gütern, zum Beispiel du möchtest jetzt ein Schinkensandwich um dein Hungerbedürfnis zu stillen, dann sprechen wir von Bedarf. Und nun braucht es nur noch einen letzten Schritt, damit unsere Bedürfnisse auch für die Wirtschaft interessant werden: Wir brauchen Kaufkraft und auch den Willen, das Geld auszugeben. Damit wird aus unserem Bedarf nun eine konkrete Nachfrage, welche von der Wirtschaft gestillt werden kann.
Das Angebot stillt den Bedarf
Ok. Du möchtest ein Schinkensandwich kaufen und bist bereit dafür Geld auszugeben. Nun brauchen wir jemanden, der dein Schinkensandwich produziert (Produktionsprozess) und schlussendlich auch verkauft (Markt). Schauen wir uns zuerst an, wie das Angebot—also dein Sandwich—produziert wird.
Es braucht dazu die folgenden vier grundlegenden Faktoren des Produktionsprozesses:
- Es braucht die Zutaten Schinken, Butter, Brot, Gewürze. Diese werden auch Werkstoffe genannt.
- Es braucht Menschen, die den Schinken und das Brot einkaufen, präparien und anbieten; also Arbeit.
- Es braucht Hilfsmittel wie zum Beispiel ein Messer um das Brot zu streichen. Dies nennt man auch Produktionsmittel.
- Es braucht das Wissen, wie ein Schinkensandwich hergestellt wird. Zugegeben, dies ist hier keine Meisterleistung, kann in anderen Produktionsprozessen aber ein sehr wichtiger Faktor sein.
Aus diesem Prozess entsteht dann das Gut, welches auf dem Markt angeboten wird.
Güter können von ganz unterschiedlicher Ausprägung sein. Häufig spricht man von Gütern und Dienstleistungen, da zum Beispiel auch die Kaufberatung ein Gut, oder eben mehr präzisiert eine Dienstleistung ist.
Wirtschaftlichkeit = Ertrag/Aufwand
Erfolg = Ertrag – Aufwand
Produktivität = Ausbringungsmenge/Einsatzmenge
Wertschöpfung = Produktionswert – Vorleistungen
Für ein Unternehmen muss der Produktionsprozess natürlich wirtschaftlich sein, damit es im Markt und im Konkurrenzkampf mit anderen Unternehmen bestehen kann. Dabei richtet sich jeder wirtschaftliche Betrieb nach dem ökonomischen Prinzip:
- Minimumprinzip: Möglichst kleiner Mitteleinsatz für einen gegebenen Output.
- Maximumprinzip: Mit den verfügbaren Mitteln das Maximum herausholen.
- Optimumprinzip: Möglichst optimales Verhältnis zwischen In- und Output.
Diese Prinzipien werden in den wirtschaftlichen Kenngrössen abgebildet, damit sie für die Unternehmen auch greifbar werden.
Am Markt treffen sich Angebot und Nachfrage
Mit dem Markt ist hier nicht der Markt auf dem bekannten Marktplatz gemeint. Es gibt Märkte für jedes erdenkliche Gut wie zum Beispiel auch den Arbeitsmarkt, wo Know-how und Arbeitskraft angeboten und von Firmen nachgefragt werden. Das wichtige am Markt ist, dass hier der Preis gemacht wird der sogenannte Preismechanismus.
- Zu wenig im Angebot oder zu hohe Nachfrage → der Preis steigt.
- Zu viel im Angebot oder zu wenig Nachfrage → der Preis sinkt.
- Steigt die Nachfrage wird sich das Angebot mit der Zeit auch steigern.
- Sinkt die Nachfrage wird sich das Angebot ebenfalls anpassen.
Daraus kannst du sofort erkenne, dass der Kunde König ist. Oder anders gesagt, die Nachfrage bestimmt schlussendlich das Angebot wobei man hierbei auch von Konsumenten-Souveränität spricht.
Auf dem Markt ist man jederzeit auf dem Weg zu einem Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Jedoch spielen sehr viele Faktoren mit und das Gleichgewicht muss laufend neu gesucht und bestimmt werden.
Der Wirtschaftskreislauf
Das Angebot, die Nachfrage, deren Märkte und die Akteure an den Märkten bilden zusammen den Wirtschaftskreislauf. Der Kreislauf ist ein ständiges Spiel zwischen Angebot und Nachfrage, welche sich in einem Gleichgewicht von Güter- und Geldstrom treffen.

Das obige Diagramm veranschaulicht den Wirtschaftskreislauf. Dabei spielen vor allem der Arbeitsmarkt als Angebotsmarkt der Haushalte, der Waren- und Dienstleistungsmarkt für Angebote von Unternehmen und der Finanzmarkt eine zentrale Rolle. Der Staat wird zudem miteinbezogen, da er eine wichtige Rolle spielt in der Regulierung von Märkten, der Unterstützung von Schwachen (Subventionen) und natürlich der Umsetzung von Kollektivbedürfnissen wie zum Beispiel dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Was hier noch fehlt ist das Ausland. Dieses hat ebenfalls einen wichtigen Anteil am Wirtschaftskreislauf vor allem im Zusammenspiel mit den Unternehmen über Im- und Exporte.
Um zu unserem Beispiel mit dem Schinkensandwich nochmals zurück zu kommen. Früher hast du dafür ein Gut von dir eingetauscht, zum Beispiel eine Flasche Obstsaft. Heute hat der Sandwichanbieter vorher einen Kredit bei der Bank eingeholt, etliche Angestellte welche entlöhnt werden müssen, die Zutaten von Spezialisten im Handel eingekauft, usw. Und du hast einen Lohn deines Arbeitgebers erhalten, dein Know-how in einen Produktionsprozess eingebracht, dein Auto auf Kredit gekauft und deine Handelsware, das Geld, nur noch auf einer Chipkarte vermerkt…
Dazu das passende Mindmap sowie die Lernkartei.
Rezension: UBS am Rande des Abgrunds





Die UBS steht am Ende des Jahres 2008 am Rande des Abgrunds. Wie kam es dazu? Wer waren die Hauptakteure? Hätte man nicht früher Gegensteuer geben können? Die Wirtschaftsredaktorin Myret Zaki zeigt die Geschehnisse der letzten Jahre in ihrem Buch auf und führt uns Leser in die Welt von Börse, Bonus und Subprime-Krise ein.
Bei der Lektüre des Buches merkt man schnell, dass Frau Zaki hier sehr viele interessante und tiefgreifende Informationen zusammengezogen hat. Sie hat viele Gespräche geführt um ein Gesamtbild der aktuellen Situation der UBS aufzuzeigen.
Wie die UBS in die Subprime-Krise stolperte
Die Geschichte ist eindrücklich. Es startet in den 80-er Jahren, steigert sich in den 90-ern und setzt zum Höhenflug anfang dieses Jahrzehntes an. Vieles wurde eingefädelt, besprochen, neu aufgesetzt und umgesetzt damit die Träume einer grossen weltweiten UBS wahr werden können.
Frau Zaki zeigt detailliert auf wie die UBS ihren Weg gegangen ist. Sie schildert ausführlich wie es dazu kommen konnte, dass die UBS so heftig von der Subprime-Krise getroffen werden konnte. Vor allem wird die Geschichte der verschiedenen Exponenten während dieser Zeit aufgezeigt. Ihre Entscheidungen, Visionen und Werdegänge werden in den Kontext zueinander gestellt und auch hinterfragt. Die Herren Peter Kurer, Luqmann Arnold, Stephan Haeringer, Sergio Marchionne, Peter Wuffli, Marcel Rohner, Huw Jenkins, John Costas und natürlich Marcel Ospel kommen dabei nicht immer gut weg.
Wie das Buch stolpert
Der Inhalt des Buches ist äusserst spannend, doch die Lektüre macht nicht immer Spass. Leider konnte Frau Zaki keinen Bogen über das ganze Buch spannen und wiederholt sich immer wieder. Die Inhalte werden von unterschiedlichen Seiten beleuchtet, was sicherlich interessant ist, doch mit der Zeit fehlt einfach der rote Faden.
Das Buch hätte meiner Meinung nach einen viel flüssigeren Stil verdient (etwas mehr Struktur und Absätze schaden manchmal nicht) und kann gut um einige Seiten gekürzt werden.
Was mich auch etwas stört ist, dass die UBS immer und immer wieder sehr schlecht weg kommt und im Gegenzug Goldman Sachs und Credit Suisse fast in den Himmel gelobt werden. Was würde sie wohl schreiben, wenn bei der nächsten Krise eine dieser Banken etwas mehr auf die Nase fällt?
Nur im abschliessenden Kapitel zeigt sich die Frau Zaki noch versöhnlich mit der UBS und versucht einen möglichen zukünftigen Weg aufwärts aufzuzeigen.
Fazit
Wenn du detaillierte Informationen über den Fall UBS suchst, an den Verstrickungen der einzelnen Exponenten interessiert bist und den Wortwasserfall nicht scheust, dann ist dieses Buch etwas für dich. Du musst dir aber bewusst sein, dass der rote Faden etwas fehlt, es viele Wiederholungen gibt und Frau Zaki gerne seitenweise ohne einen Absatz schreibt. Aus diesem Grund verteile ich UBS am Rande des Abgrunds auch nur drei von den fünf möglichen Sternen.
Unterschied: Leadership — Management
Leadership und Management: Beide Begriffe kommen aus dem Englischen, eine geläufige Übersetzung für beide Begriffe ist Führung und Manager werden auch häufig als Leader bezeichnet. — Was ist nun eigentlich der Unterschied zwischen Leadership und Management?
Leadership vs. Management
Schauen wir uns erst einmal die Übersetzung der beiden Begriffe an:
- Führung
- Leitung
- Betriebsführung
- Unternehmensführung
Leadership:
- Führung
- Leitung
- Führungsstil
- Mitarbeiterführung
Ok. Auf den ersten Blick bringt uns dies nicht viel weiter. Doch beim genaueren Hinschauen kann man schon einen ersten wichtigen Unterschied herauslesen. Bei Leadership geht es mehr um die Mitarbeiter und Management sieht man im Zusammenhang mit dem Betrieb, dem Unternehmen.
Leader vs. Manager
Versuchen wir dem Unterschied etwas näher zu kommen über die jeweiligen Funktionen Leader und Manager. Obwohl der Manager eigentlich ein sehr geläufiger Begriff ist, versuche ich in unserem Sinne eine treffende Übersetzung für beide Bezeichnungen zu finden:
Leader = Vormann
Durch diese Übersetzungen kommen wir dem Kern schon einiges näher. Führen wir diesen Gedanken weiter zusammen mit der vorgängigen Erkenntnis, erhalten wir die folgende Aussage zu Leadership und Management bwz. Leader und Manager:
Ein Leader hat Anhänger und ein Manager hat Untergebene.
Nun müssen wir uns noch fragen, was dies im Detail genau bedeutet für die jeweilige Definition.
Ein Leader hat Anhänger
Ein Leader hat in den allermeisten Fällen auch Untergebene. Der grosse Unterschied liegt aber darin, dass du als Leader die autoritäre Kontrolle der Vorgänge abgibst. Denn deine Anhänger müssen dir auf freiwilliger Basis folgen und nicht weil sie dies müssen.
Deinen Mitarbeitern zu sagen, was sie zu tun haben, wird sie nicht zu deinen Followers machen. Als Leader musst du ihr Herz gewinnen. Sie davon überzeugen, dass sie dir folgen und auch neue Wege gehen und Risiken in kauf nehmen, welche sie sonst meiden würden.
Der Fokus liegt ganz klar auf den Menschen. Dies heisst aber nicht, dass du deine Aufgaben vernachlässigst. Im Gegenteil, die Aufgaben stehen im Zentrum. Doch die Lösung erreichst du nicht durch eine Befehlsausgabe, sondern mit charismatischer Führung und der Unterstützung deiner Mitarbeiter auf dem Weg zu ihrer persönlichen Vision.
Auf Neudeutsch: “Encourage the Heart.”
Als Leader scheust du das Risiko nicht. Nicht, weil du auf der Suche nach einem Adrenalinkick bist, sondern weil es dir als ganz logisch erscheint zur Erreichung deiner Vision auch Risiken einzugehen.
Zusammengefasst kann man die folgenden Stichworte dem Thema Leader/Leadership zuordnen:
- Schreitet mit gutem Beispiel voran
- Ermutigt und unterstützt die Mitarbeiter
- Legt den Fokus auf die Menschen
- Scheut das Risiko nicht
Ein Manager hat Untergebene
Die Firma übergibt eigentlich per Definition dem Manager die Autorität über seine Untergebenen. Dir als Manager werden meistens Mitarbeiter zugeteilt, welche als deine Befehlsempfänger agieren und dies meistens aus dem Anreiz der guten Entlöhnung und der Aufstiegsmöglichkeiten.
Der Fokus liegt hier auf der Arbeit. Der erfolgreiche Abschluss ist sehr wichtig und muss unter knapp bemessenen Rahmenbedingungen wie Geld und Zeit ausgeführt werden. Daraus ergibt sich fast natürlich, dass du als Manager deine dir aufgetragenen Arbeiten deinen Untergebenen weitergibst ebenfalls mit dem Fokus auf die Arbeit.
Im Gegensatz zum Leader versuchst du eher den Risiken aus dem Wege zu gehen. Du fühlst dich wohler, wenn keine Konflikte auftreten und alles sozusagen wohlgeformt abläuft.
Für den Manager oder das Thema Management erhalten wir somit die folgende Liste von treffenden Stichworten:
- Konzentriert sich auf das Erledigen
- Plant und kontrolliert die Mitarbeiter
- Setzt die Arbeit in den Fokus
- Versucht Konflikte zu vermeiden
Das Fazit der Diskussion
Natürlich gibt es keine scharfe Grenze zwischen Leadership und Management oder dem Leader und dem Manager. Meistens wird eine gute Mischung von beidem angestrebt und häufig ist auch die Art der Arbeit mitentscheidend, worauf der Fokus gelegt werden kann.
Man sollte aber nie vergessen auch die einem nicht so bekannte oder gelegene Weise der Führung in den Arbeitsalltag einzubiehen, denn nur so kann man in seinem Team Höchstleistungen erreichen.


